Die Geissens: Vom Fitness-Millionen-Exit zum Reality-TV-Imperium und Immobilienmagnaten
Markus Baulig
Zusammenfassung:
In diesem Podcast-Interview sprechen Robert und Carmen Geiss mit Markus Baulig über ihren Weg vom Aufbau einer Fitnessmarke namens "Uncle Sam" und einem Multi-Millionen-Exit in den 90er Jahren bis zu ihrer heutigen Rolle als Reality-TV-Stars. Sie beleuchten die Herausforderungen beim Aufbau ihres Unternehmens, den Übergang zum Fernsehen mit ihrer eigenen Show "Die Geissens" und die Gründung ihrer Produktionsfirma. Die Geissens geben Einblicke in ihre Immobilienprojekte in Monaco, Dubai und Saint-Tropez, ihre Arbeitsmoral und ihre Investitionsstrategien in Immobilien und Aktien. Sie teilen auch persönliche Gedanken zu Reichtum, Neid und der Rolle von KI in ihrem Alltag.
Einleitung und Vorstellung [00:00:51]
Markus Baulig, ein erfolgreicher Unternehmer, interviewt Robert und Carmen Geiss, Deutschlands bekannteste Reality-TV-Stars. Das Ehepaar Geiss ist bekannt für ihren luxuriösen Lebensstil, ihre Villen und ihre eigene TV-Show "Die Geissens". Baulig hebt hervor, dass die Geissens im echten Leben noch beeindruckender sind als im Fernsehen.
Die Anfänge als Unternehmer: "Uncle Sam" [00:03:11]
Die Geissens waren erfolgreiche Unternehmer, bevor sie zu Fernsehstars wurden.
- Gründung eines Textilunternehmens: Robert Geiss begann im Alter von 20 Jahren mit seinem Bruder ein Textilunternehmen.
- Die Vermarktung von Textilien war damals mühsam, mit aufwendigen Katalogen und Versandhandel.
- Auf dem Höhepunkt wurden bis zu 2 Millionen Kataloge verschickt, was eine enorme logistische Herausforderung darstellte.
- Geburt der Fitnessmarke "Uncle Sam" [00:04:19]
- Die Idee zur Fitnessmarke kam von Carmen, die damals Miss Fitness war.
- Sie erkannten den Bedarf an passender Sportbekleidung für Bodybuilder (Oversize-Kleidung).
- Der Fitness-Trend der 80er Jahre verhalf der Marke zu großem Erfolg.
- Carmen war anfangs das einzige Model, um Kosten zu sparen.
- Die erste FIBO-Messe in Köln war ein wichtiger Meilenstein für die Marke, wo sie ihre Kleidung an einem Klapptisch präsentierten.
- Der Name "Uncle Sam" stammte von einer spanischen Firma, deren Markenrechte Robert für 10 Jahre zu je 10.000 Mark lizenzierte, bis die Marke automatisch ihm gehörte.
- Später entwickelten sie eine eigene Marke namens "Miro Sportswear", die jedoch nicht so erfolgreich war wie "Uncle Sam".
- Eine Kooperation mit der spanischen Firma ermöglichte den Vertrieb ihrer Produkte im Katalog.
- Der Katalog wurde zu einem 300-seitigen Lifestyle-Magazin mit Fotos von Fitnessmodels, ähnlich den Versandhäusern Neckermann und Otto.
Der Multi-Millionen-Exit und das Leben danach [00:15:30]
Nach 10 Jahren erfolgreicher Tätigkeit verkauften Robert und sein Bruder das Unternehmen.
- Motivation zum Verkauf: Das Unternehmen wurde zu groß und der Spaßfaktor schwand. Das schnelle Wachstum von Null auf über 100 Millionen Umsatz führte zu fehlendem mittleren Management.
- Der Verkaufspreis: Das Unternehmen wurde für über 120 Millionen Mark verkauft – eine enorme Summe für die 90er Jahre, als der DAX bei 1800 Punkten stand.
- Investitionen nach dem Exit:
- Ein großer Teil des Geldes wurde in den Aktienmarkt investiert, unter anderem in Microsoft und Google, aber auch in Luxusgüter wie Louis Vuitton.
- Tesla-Aktien wurden aufgrund eines "dummen Spruchs" nicht gekauft.
- Hauptfokus waren Immobilien, die als sichere und greifbare Investition galten.
- Langeweile nach dem Erfolg: Der luxuriöse Lebensstil mit täglichem Mittagessen und Faulenzen wurde schnell langweilig.
Vom "Goodbye Deutschland" zur eigenen TV-Show [00:18:25]
Die Suche nach einer neuen Herausforderung führte die Geissens ins Fernsehen.
- Anfänge im TV: Sie begannen mit sechs oder sieben Episoden bei "Goodbye Deutschland".
- Die Idee zur eigenen Show: Die Produktionsfirma erkannte das Potenzial und schlug eine eigene Show vor, da man damit Geld verdienen konnte.
- Gründung der eigenen Produktionsfirma:
- Nach den ersten sechs Testepisoden, für die sie nur 6.000 Euro pro Episode erhielten (was nicht einmal die Bootskosten für einen Tag deckte), forderten sie eine bessere Bezahlung.
- Da es Reibereien mit externen Produktionsfirmen bezüglich Budgets und Abrechnungen gab, entschieden sie sich, eine eigene Produktionsfirma (Geiss TV) zu gründen.
- Die Gründung war schwierig, da sie als "Goldfische unter Haien" in ein neues Geschäft eintauchten und anfangs von engagierten Managern betrogen wurden.
- Sie mussten das gesamte Personal entlassen und von Grund auf neu aufbauen.
- Struktur und Team heute:
- Das Team besteht aus etwa 30 Personen, die die Familie unterstützen.
- Dazu gehören Mitarbeiter für die Fernsehproduktion (ca. 5-6 Personen bei Geiss TV), Roberto Geissini, Bootsbesatzung (6 Mann), Hotelpersonal (7 Personen) und Haushaltshilfen (4 Personen).
- Zudem arbeiten sie mit flexiblen, unabhängigen Kameraleuten in Monaco und anderen Standorten zusammen.
- Neben "Die Geissens" gibt es weitere Shows, wie die der Töchter ("Davina & Shania – We Love Monaco") und eine Immobilien-Show.
- Content-Erstellung und Reiseplanung [00:27:21]
- Der Content für die Shows entsteht innerhalb der Familie.
- Im Sommer (Juli/August) werden in Saint-Tropez Ideen gesammelt und Reiseziele für den Herbst geplant.
- Die Kinder haben ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Reiseziele, wobei asiatische Destinationen oft abgelehnt werden.
- Trotz vieler Reisen gibt es noch viel von der Welt zu entdecken (z.B. Schottland, Island, Grönland, Kanada).
Immobilienprojekte und Lebensqualität [00:29:58]
Die Geissens sind weiterhin stark im Immobilienbereich aktiv.
- Aktuelle Projekte:
- Sie haben kürzlich eine neue Wohnung in Monaco gekauft, die im Herbst umgebaut werden soll.
- Ein großes Hausprojekt nebenan soll bis zum Frühjahr fertiggestellt werden.
- Ein Haus in Dubai wurde fertiggestellt und erfolgreich vermietet.
- Business-Modell: Früher kauften sie Immobilien, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen. Heute behalten sie viele Immobilien.
- Sicherheitsmaßnahmen: Nach einem Einbruch in ihr Haus in Saint-Tropez wurde die Alarmanlage drastisch verstärkt (u.a. mit einer deutschen Firma namens Abus).
- Vergleich der Lebensqualität [00:34:00]
- Saint-Tropez: Im Sommer sehr lebendig mit vielen Beach Clubs und internationalem Publikum, aber im Winter ruhig und ausgestorben (trotzdem teure Immobilien).
- Monaco: Eine ganzjährig pulsierende Stadt mit hoher Sicherheit, vielen Veranstaltungen (ATP-Turniere, Formel 1, Oldtimer Grand Prix, Filmfestival) und Luxus auf kleinerem Raum. Immobilienpreise sind extrem hoch (bis zu 200.000 Euro pro Quadratmeter).
- Dubai/Miami: Ideal für Januar bis März, bieten perfekte Temperaturen und einen hohen Lifestyle-Faktor.
- Sylt: Wird von Robert als "für alte Leute mit Regenkappen" abgetan.
- Valberg (französische Alpen): Ein "Weihnachtshaus" wird nur eine Woche im Jahr genutzt, soll aber jetzt verkauft werden, da es zu groß ist und ungenutzt steht.
Vermögensverlust und Investment-Tipps [00:39:30]
Die Geissens haben in ihrem Umfeld viele Fälle von Vermögensverlusten beobachtet.
- Warnbeispiele: Selbst Milliardäre und Berühmtheiten wie Mike Tyson und Michael Jackson hatten finanzielle Probleme. Viele Reiche in Monaco mussten die Stadt verlassen, weil sie sich den Lebensstil nicht mehr leisten konnten.
- Investment-Tipps [00:42:26]
- Immobilien: Sie halten Immobilien für eine gute Investition, besonders in Top-Lagen wie Saint-Tropez, Monaco oder Dubai. Man könne die Immobilie im Notfall selbst nutzen oder vermieten und langfristig damit Geld verdienen.
- Aktienmarkt: Bestimmte Investitionen wie Microsoft und Google waren sehr lukrativ. Sie betonen den Wert von Luxusgütern, die sich langfristig gut entwickeln.
- Learning by Doing: Ihr Erfolg basiert auf "Learning by Doing" und nicht auf akademischer Bildung.
Eigene Marken: Skull Liquid und Roberto Geissini [00:45:23]
Die Geissens haben auch nach dem Verkauf von "Uncle Sam" neue Marken aufgebaut.
- Roberto Geissini: Entstand aus dem Bedürfnis, eigene Kleidung zu entwerfen, da Robert nicht jeden Tag neue T-Shirts kaufen wollte. Die Marke startete mit T-Shirts und erweiterte sich dann um Hosen und Jacken. Auch Carmen und die Kinder sind am Design beteiligt.
- Skull Liquid (Wasser):
- Die Idee kam nach der Produktion ihres eigenen Weins.
- Sie suchten eine Quelle mit mineralreichem, stillem Wasser. Stilles Wasser behält Mineralien, Kohlensäure wäscht sie aus.
- Sie entschieden sich für Dosenverpackung statt Plastikflaschen (wegen Mikroplastik) oder Glasflaschen (wegen Reinigungsprozess und Transportaufwand).
- Die Geschmacksentwicklung erfolgte mit externen Partnern.
- Die Produkte sind bei Edeka und Rewe sowie im Online-Shop erhältlich. Eine Expansion nach Österreich und der Schweiz ist geplant, aber durch neue Pfandsysteme verzögert.
- Besonders gut verkaufen sich die Sorten mit Kollagen, Koffein und Vitaminen.
Arbeitsaufwand hinter der Show und Erfolgsfaktoren [00:50:31]
Das Leben der Geissens ist trotz des luxuriösen Scheins von harter Arbeit geprägt.
- Hoher Arbeitsaufwand: Sie arbeiten 24/7 und sind ständig mit Drehplänen, Besprechungen und der Entwicklung neuer Inhalte beschäftigt.
- 40 Episoden pro Jahr in 52 Wochen zu produzieren ist eine mammutartige Aufgabe.
- Jede 45-minütige Episode muss interessant gestaltet werden, um die Zuschauer zu halten.
- Tipps für eine eigene Reality-Show [00:54:22]
- Authentizität: Man muss echt sein und darf sich nicht verstellen.
- Gute Idee und roter Faden: Ein klares Konzept und interessante Geschichten sind unerlässlich.
- Nicht nur Luxus zeigen: Luxus allein erzeugt Neid und ist auf Dauer nicht interessant.
- Harte Arbeit: Erfolg kommt nicht von selbst, man muss täglich dafür arbeiten.
- Haters: Sie sind wichtig, da sie die Fans zum Diskutieren anregen und so die Kommunikation fördern.
- Vorbild sein: Positive Rückmeldungen von Zuschauern, die durch sie inspiriert wurden, sind eine große Motivation.
Ziele, Bucketlist und die Rolle von KI [00:59:00]
Die Geissens haben weiterhin viele Ziele und nutzen moderne Technologien.
- Reise-Ziele: Ihre Bucketlist enthält noch viele unbereiste Orte weltweit.
- Belohnung für harte Arbeit: Der Kauf neuer Luxusgüter (Autos, Boote, Uhren) dient als Belohnung für erfolgreiche Arbeit.
- Umgang mit Kritik: Sie ignorieren negative Kommentare, da diese oft von frustrierten Menschen kommen, die selbst nichts mit ihrem Leben anfangen können. Robert liest Kommentare selten und Carmen verwendet Chat GPT zur Übersetzung.
- KI im Alltag (ChatGPT) [01:08:13]
- Carmen nutzt ChatGPT intensiv für Übersetzungen, insbesondere für geschäftliche Korrespondenz mit Bankern, Architekten und Bauleitern.
- Sie hilft auch beim Entwickeln von Design-Ideen für ihre Kollektionen.
- ChatGPT dient als "Sekretärin" und hilft, kreative Ideen zu verfeinern und praktisch umsetzbar zu machen.
Das Geiss-Imperium [01:13:32]
Der Erfolg der Geissens wächst stetig weiter.
- Verkaufszahlen: Allein in der letzten Woche wurden 40.000 bis 45.000 Skull Liquid Dosen verkauft, hauptsächlich online und durch organische Reichweite.
- Influencer-Pioniere: Sie gelten als Deutschlands erste große Influencer, da ihr Leben im Fernsehen dokumentiert wurde, noch bevor soziale Medien wie Instagram weit verbreitet waren.
- Erfolge und Auszeichnungen: Ihre Töchter gewannen einen "Most Influential Family"-Award.